Kunstverein Würzburg

Aktuell

Sue Hayward - Schein25.03. - 25.04.2018
Markus Lörwald - A Place Called Vertigo06.05. - 06.06.2018
Dieter Leistner - Äpfel und Birnen17.06. - 11.07.2018
Corinna Krebber - Über das Verschwinden von Gewissheiten26.08. - 26.09.2018
Bossa Nova - Büro für verschiebbare Haltung07.10. - 07.11.2018

Sue Hayward - Schein

25.03. - 25.04.2018

Der Ausstellungstitel „Schein“ hat eine Mehrdeutigkeit. Alles zwischen Anschein und Glanz, Illusion und Augentäuschung ist gemeint, auch Wortverbindungen wie Scheinwelt, scheinheilig, Heiligenschein …

Die Arbeiten sind Weiterentwicklungen von Porträts. Diese sind nicht wirklichkeitsgetreu, nicht allzu „ähnlich“, vielmehr handelt es sich um Archetypen, bei denen das Modell nur den Anlass stellt, ästhetisch und konzeptuell Emotionen und Seelenlagen im Sinne eines beweglichen Prozesses zu behandeln. In den Bildträger (in der Regel Lein­wand) arbeite ich durchsichtige Elemente aus Gaze ein, die eine veränderbare Ansicht von Räumen und Situationen wiedergeben, weil sie Schatten und Licht in anderer Weise verarbeiten als die opake Leinwand. Eine zweite, gemalte Schicht hinter der transparenten Zone leistet eine optische Verschiebung, die von der jeweiligen Position des Betrachters abhängt. So findet einerseits die transiente, flüchtige Natur des menschlichen Daseins ihren Ausdruck, und andererseits wird auch die Position des Betrachters in Frage gestellt und neu definiert.

 

Abbildung: „ Secret Thoughts“, 2017, 190 cm x 130 cm, Öl, Wachs, Damar, Acryl auf Leinwand, Gaze und Holz. Foto: Julian Gross · Portraitfoto: Roland Krieg

Markus Lörwald - A Place Called Vertigo

06.05. - 06.06.2018

Das Herzstück der Ausstellung „A Place called Vertigo“ bildet eine Serie von großformatigen Holzschnitten auf karbonisiertem Wollfilz. Ausgehend von der Idee einer zeitgenössischen Adaption des klassischen Totentanz-Themas entwickelte sich die Serie zunehmend zu einem Fries über das Leben in seiner häufig nicht auslotbaren Widersprüchlichkeit.

Die generelle Betonung der Vergänglichkeit alles Bestehenden bildet den Gegensatz zur Sinnfreude und Lebensgier. Wie auch den Künstlern des Barock geht es Markus Lörwald um die provozierende Polarität von Leben und Tod. Er findet Schlüsselbilder für existenzielle Lebenssituationen in denen – wie man so sagt – das Leben einem „den Boden unter den Füßen weg zieht“. Ereignisse, die ein Leben aus den Fugen heben und den Menschen in seinem Alltag ins Taumeln bringen können. Körper und Bewusstsein geraten aus dem Takt ihrer Realität. Vertigo!

 

Abbildung: „Vertigo“, 2014, Holzschnitt auf karbonisiertem Filz, 166,5 x 125 cm. Foto: Babette Bangemann · Portraitfoto: Marc Guddorp

Dieter Leistner - Äpfel und Birnen

17.06. - 11.07.2018

Beispiele folgender Werkgruppen werden ausgestellt:

Waiting – Wartende Menschen an Haltestellen. Weltweit beobachtet seit 1978. Water Temple – Hallenbäder der Gründerzeit und des Jugendstils. Die Veränderung im Laufe der Zeit, der Architektur, des Zustandes und der Nutzung. Seit 1980. Heads up – Die Grundzüge der architektonischen Gestaltung offenbaren sich oft bei dem Blick nach oben in einem Gebäude. Aufblicke seit 1982. Der Blick des Herrn – In Kirchen oder anderen hohen Gebäuden: Der Blick von oben in den Raum. Seit 1990. Korea+Korea – Ein Land, zwei politische Systeme: Sie können nicht unterschiedlicher sein. Das öffentliche Leben in Pjöngjang und Seoul in der Gegenüberstellung. Fernbeziehungen – Kulturell wichtige Gebäude in Würzburg und den zehn Partnerstädten. Ein Fotokonzept mit studentischen Arbeiten.

Mit dieser Ausstellung würdigt der Kunstverein die längjährige Zusammenarbeit mit Prof. Dieter Leistner und gratuliert zur Emeritierung.

 

Abbildung: „Waiting Maipu? Argentinien“, 2017. Portrait: Natalia Luzenko

Corinna Krebber - Über das Verschwinden von Gewissheiten

26.08. - 26.09.2018

Ist der Leerraum zwischen den Worten, zwischen dem einen und dem anderen, auch ein Schwanken zwischen dem sicheren Hort hier und dem rettenden Ufer dort? Ist der Boden, auf dem ich mich bewege, eigentlich tragfähig genug um weiterzugehen? Drohe ich unterzugehen, wenn ich innehalte und die Bewegungsenergie zurückfährt? Lauert in der Pause etwa eine Gefahr?

Das in seiner Fahrt vorübergehend gestoppte Schiff der ARTE NOAH wird in dieser Arbeit von Corinna Krebber als eine Aufforderung verstanden, Vertrautes hinter sich und mehr Experimentierfeld als Ausstellungsraum entstehen zu lassen.

Das Ausstellungskonzept knüpft dabei an eine Sammlung von typographischen Leerstellen an, die unter dem Titel Partitur die gedruckte Form des Vortrags Lectures on Nothing von John Cage zum Gegenstand hat und die zentrales Objekt der sich im Schiffsrumpf formierenden Raumidee ist. Arbeiten mit Text und Papier.

 

Foto: Hans-Jürgen Hermann

Bossa Nova - Büro für verschiebbare Haltung

07.10. - 07.11.2018

Das Besondere der ARTE NOAH, ein schwimmender Hohlraum zu sein, nutzend, geht das Büro für verschiebbare Haltungen durch den präzisen Einsatz verschiedener Materialien den dynamischen Energien von Utopiesehnsucht und deren Verwirklichungsfallen nach.

Den Objekten kommt dabei die Aufgabe zu, Akteure zu sein in einem Gefüge wechselseitiger Bezüge – kleine Fluchten, große Ansprüche. Zu sehen sind vier Objektgruppen (Schiff, Objekte, Malerei und Zeichnung) zum Thema, die den Raum in eine begehbare Bühne verwandeln.

Seit 2014 gibt es das Büro für verschiebbare Haltungen. Im Büro arbeiten derzeit verantwortlich: Rüdiger Penzkofer und Rainer Schall.

 

Foto: Büro für verschiebbare Haltungen